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Kritische Gedanken zum Thema Waldorfpädagogik und Rudolf Steiner

Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart von Rudolf Steiner und Emil Molt, dem Direktor der Waldort-Astoria-Zigarettenfabrik gegründet. die Zigarettenfabrik ging ein, die Waldorfschule überlebte und blühte, nachdem sie unter der Naziherrschaft verboten wurde, in den Nachkriegsjahren allmählich wieder auf. Seit 1970 hat sich die Zahl der Waldorfschulen verfünfacht, seit November 1989 hat ihre Verbreitung eine Dimension erhalten, die es erlaubt, von einem Boom zu sprechen.

An ihrem nach außen hin so attraktiven Erscheinungsbild haben die Waldorfschulen bzw. ihre PR-Abteilungen (anthroposophische Institutionen) äußerst werbewirksam gearbeitet. Ein Resultat dieser Anstrengungen ist, dass die öffentlichen Medien in ihrer Berichterstattung über Waldorfschulen sich häufig unreflektiert antroposophischer Quellen und/oder Informationen bedienen. Wer in den Regalen normaler Buchhandlungen nach Informationen über Waldorfpädagogik sucht, trifft meist auf Schriften, die aus anthroposophischen Verlagen stammen oder Lizenzausgaben sind.

In den letzten Jahren meldeten sich allerdings auch kritische Stimmen zu Wort. Sie stammen von ehemaligen Schülern, Lehrern, Eltern, von fachwissenschaftlicher Seite, aber auch von den Amtskirchen. Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche stufen die anthroposophische Bewegung, zu der neben verschiedenen Unternehmen, Krankenhäuser, Banken, Ausbildungsstätten etc. die Waldorfschule zählt, als Weltanschauungsgemeinschaft bzw. Sekte ein.

Historisch gesehen, hat R. Steiner seine Anthroposophie aus der Theosophie weiterentwickelt, einer synkretistischen Weltanschauung der Jahrhundertwende, deren Generalsekretär er bis 1913 war. Ebenso wie die Theosophen, die Spiritisten und die Rosenkreuzer bilden die Anthroposophen eine übersinnlich orientierte Weltanschauungsgemeinschaft und stehen in der Tradition des Okkultismus. Sie geben den von ihrem "Meister", Rudolf Steiner, durch hellseherische Fähigkeiten erworbene Erkenntnissen den Vorzug vor wissenschaftlichen.

Vertreter der pädagogischen Fachwissenschaft halten Waldorfpädagogik für unzeitgemäß und kritisieren die verdeckte weltanschauliche Prägung des Unterrichtsgeschehens an Waldorfschulen.

Aus dem Informationsmaterial der UNIDOC Film & Video GmbH

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