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Rudolf Steiner
Rudolf Steiner wurde am 27. Februar 1861 in Österreich geboren und ist am 30. März 1925 in Dornach bei Basel gestorben. Während seines Studiums in Wien (Naturwissenschaften und Mathematik) übte er eine erfolgreiche Erziehertätigkeit aus. Er schrieb den ersten ausführlichen Kommentar zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften, was seine Berufung an das Goethe-Schiller-Archiv in Weimar (1890-1897) zur Folge hatte.
Neben der Herausgabe von 5 Bänden der großen Goethe-(Sophien-)Ausgabe verfaßte er in Weimar seine philosophischen Hauptwerke: "Wahrheit und Wissenschaft", und "Die Philosophie der Freiheit". Von 1897 bis 1900 übernahm er in Berlin die Redaktion der Zeitschrift "Magazin für Literatur", in welcher er auch die Grundsätze seiner pädagogischen Anschauungen darstellte: "Unzeitgemäßes zur Gymnasialreform", "Collegium Logicum", "Hochschule und öffentliches Leben". Diese Ideen hat er in der Schrift "Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft" (1907) neu begründet. Seit der Jahrhundertwende nahm Steiner zu allen ernsten und dringenden Fragen der Zeit Stellung. Er setzte der materialistischen Denkweise seiner Zeitgenossen eine Anschauungsart entgegen, die die Offenbarung des lebendig schaffenden Geistes im Menschen zu ihrem Ausgangspunkt nahm. Seiner geisteswissenschaftlichen Forschungsweise gab er den von Imm. Herm. Fichte geprägten Namen "Anthroposophie". In zahlreichen Schriften und in über 6000 Vorträgen hat er sie dargestellt. Während des ersten Weltkrieges errichtete er in Dornach bei Basel das Goetheanum als Freie Hochschule für Geisteswissenschaft und später als Zentrum der von ihm begründeten Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Es wurde Silvester 1922/23 durch Brandstiftung vernichtet und nach seinem Tode in von ihm entworfenen neuen Formen wieder erbaut. Auf allen kulturellen Gebieten erwies sich die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners als schöpferisch.
Aus seiner intensiven Tätigkeit auf sozialem Gebiet nach dem Weltkrieg entstand eine Bewegung für ein freies Schulwesen, die mit der Gründung der Freien Waldorfschule in Stuttgart 1919 begann. Rudolf Steiner wies immer wieder darauf hin ("Die Kernpunkte der sozialen Frage" 1919, Aufl. 80 000), daß der moderne soziale Organismus einer Dreigliederung bedarf, d. h. daß das Kulturleben mit dem Erziehungswesen einerseits und die Wirtschaft andererseits aus der Omnipotenz des Staates befreit werden müssen. In 15 Vortragszyklen (1919-1924) behandelte er die Pädagogik eines freien Schulwesens.
Mit freundlicher Genehmigung der Rudolf Steiner-Schule Nürnberg, Steinplattenweg 25, 90491 Nürnberg, Tel. 0911-5986-0
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