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Narben, die keiner sieht Beschnittene Frauen in Deutschland
Produktion: CouRage Film, 2001, 29 Min. Sie kann nicht laufen. Sie kann nicht sitzen. Sie muss immer auf die Toilette. Sie hat so viele Schmerzen. Eine 18-jährige Sudanesin beschreibt verzweifelt die Leiden ihrer Mutter. In Deutschland leben schätzungsweise 20 000 Afrikanerinnen, in deren Ländern die Beschneidung vollzogen wird. Nur wenige hundert haben aus diesem Grund ein Bleiberecht beantragt. Das deutsche Asylrecht berücksichtigt sie nicht. Der Film geht sowohl dieser Thematik als auch den medizinischen und psychologischen Problemen beschnittener Frauen in Deutschland nach. Mädchen werden meist ohne Narkose und unsteril mit Scheren, Messern, Glasscherben, Rasierklingen oder auch scharfen Steinen verstümmelt. Viele sterben dabei. Bei der in Ostafrika üblichen besonders schweren Form mit Zunähen leiden die Frauen lebenslang: Geschlechtsverkehr ist gefühllos, schmerzhaft oder gar unmöglich. Urin und Menstruationsblut fließen schlecht ab, verursachen Entzündungen, Abszesse, Vergiftungen. Die Beschneidung berührt das Problem von Kindesmissbrauch, der Verweigerung von Gesundheit und seelischem Wohlbefinden und verletzt somit grundlegende Menschenrechte von Frauen und Mädchen. Vier Fallbeispiele verdeutlichen die vielfältigen körperlichen und seelischen Folgen. Diese sensible Dokumentation erhielt 2003 den Eine-Welt-Filmpreis NRW. In der Schule lässt sich der Film gut in den Fächern Politik, Sozialkunde, Religion und Ethik einsetzen. Er eignet sich jedoch auch für die Jugendarbeit sowie für die Aus- und Weiterbildung von Ärzten, Sozialarbeitern, Lehrern, Erziehern usw. Weitere Filme über sexuelle Gewalt: Video-Nr. 220 Gewalt auf meiner Haut Kindesmissbrauch und die seelischen Folgen [zurück] |